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Auf der Weinstraße in Mazedonien


In den letzten Jahren wurde Mazedonien als Essens- und Reiseziel empfohlen, das von den meisten Ländern in Europa aus sehr gut erreichbar ist. Das kleine ehemalige jugoslawische Land wurde in der Zeitschrift Food & Travel, in Lonely Planet und in CNN vorgestellt und ist einen Besuch wert. Das Land ist bereits bei Rucksacktouristen und Abenteuerreisenden beliebt, bietet aber vor allem Feinschmeckern und Weinliebhabern noch viel mehr.

Über die traditionelle mazedonische Küche kann viel geschrieben und gesagt werden – sie vereint das Beste aus dem balkanischen und dem mediterranen Geschmack, aber wie wäre es mit einem Glas authentischen mazedonischen Wein? Kein Besuch in Mazedonien wäre komplett ohne den Besuch mindestens eines Weingutes.

Mazedoniens Weinbaugeschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert vor Christus zurück – von der Zeit Alexanders des Großen bis zur römischen und türkischen Herrschaft. Da die meisten Menschen noch nie einen mazedonischen Wein gekostet oder gesehen haben, wissen nur wenige, dass das Land eine reiche Tradition der Weinproduktion und des Weinkonsums hat und viele autochthone Rebsorten an seinen Weinbergen angebaut werden.


Heutzutage gibt es etwa 80 Weingüter in Mazedonien und einer der bekanntesten Namen in der Weinindustrie ist Tikvesh (auch Tikveš geschrieben). Die Ebene von Tikveš gilt als Kernland der Weinherstellung in Mazedonien. Eine bekannte Weinkellerei mit dem gleichen Namen – Weingut Tikveš – baut seit über 125 Jahren erstklassigen mazedonischen Wein an. In den späten 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Tikveš das größte Weingut in Südosteuropa und 2008 wurde es auf dem Wein-Innovationsforum in Paris unter den 30 innovativsten Weinmarken der Welt ausgezeichnet.

Laut Svetozar Janevski, dem Vorstandsvorsitzenden des Weinguts, ist Wein mehr als nur ein Produkt zum Verzehr: „Jeder Wein erzählt eine Geschichte über Boden, Sonne und Wind – über das Herkunftsland. Wein ist eine Geschichte, die die Energie der Menschen, die an seiner Entstehung beteiligt sind, vermittelt. Das Weingut Tikveš erzählt seit 1885 Mazedoniens Geschichte als Weinland.“ (Tikves.com.mk).

Das Weingut Popova Kula hat ebenfalls eine Geschichte zu erzählen. Stanushina (oder Stanušina) – eine autochthone mazedonische Sorte, auch „Mazedonisches Mädchen“ genannt, gilt als eine der ältesten Reben weltweit und wurde dank der Bemühungen von Popova Kula gerade noch vor dem Aussterben bewahrt. Dem Weingut ist es gelungen, die Rebsorte wieder in die Region zu bringen und sie bei den Weinexperten auf der ganzen Welt bekannt zu machen. Heute ist Popova Kula der einzige Produzent von Stanushina-Rotwein und -Rosé.


Weitere typische mazedonische Reben sind Temjanika, Rkaziteli, Žilavka und Prokupec, und die beiden wichtigsten Sorten, die im Land angebaut werden, sind der weitverbreitete Vranec (rot) und Smederevka (weiß).



Für diejenigen, die den Zauber der Welt des Weines erkunden möchten, haben mazedonische Weingüter eine reiche Auswahl an Weintouren und Verkostungen in ihren steinernen Kellern und schönen Restaurants anzubieten. Um nur einige zu nennen: Traikovsky Wines & Spirits (Traikovsky.com.mk), Weingut Stobi (Stobiwinery.mk), Weingut Bovin (Bovin.com.mk). Einige der Betriebe können sogar eine Firmenveranstaltung mit einer Kapazität von 200 Gästen ausrichten.


Weinkenner sollten das Skopje Weinfest in Mazedonien nicht verpassen. Diese internationale Veranstaltung zielt darauf ab, die alte Tradition der Weinproduktion im Land zu fördern und findet jährlich im Frühherbst statt. Das neue Vinski Festival – bis vor kurzem als Vino-Skop bekannt – findet im September-Oktober statt, wenn die Trauben geerntet werden.

Mazedoniens Weinindustrie wächst stetig und mehr und mehr mazedonischer Wein sollte in Zukunft über die Grenzen des Landes hinaus aufzufinden sein. Wenngleich die derzeitige Attraktivität weiterhin hauptsächlich auf dem Preis basiert, müssen die Weingüter und deren qualitativ hochwertige Produktion erst noch bekannt werden. Mit seiner reichen Weinbaugeschichte und der wachsenden internationalen Anerkennung für seine besten Marken ist das kleine südliche Land ein unerforschtes Juwel auf dem Balkan, ein Ort, an dem sich die alte und die neue Welt des Weines begegnen.

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