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Reiseführer Mazedonien: Malerisches Bergdorf Babino bei Demir Hisar

Das malerische hügelige Bergdorf Babino liegt 18,5 km nordwestlich von Demir Hisar im Südwesten von Mazedonien, im zentralen Bereich der ehemaligen Gemeinde Sopotnica (heute Teil der Gemeinde Demir Hisar), 45 km von Bitola und 35 km von Kičevo entfernt.


Die Regionale Straße von Bitola nach Kičevo liegt nur 800 Meter westlich und das Dorf ist über eine Asphaltstraße mit dieser Magistrale verbunden.

Bei meinem ersten Besuch in Babino war ich erstaunt über die vernachlässigten, aber schönen und würdevollen alten, aus Stein gebauten Doppelhäuser - erstaunt vom Murmeln der Gewässer; vom das Grün der Gegend und die Liebkosung des sanften Windes, der mich an diesem heißen Augusttag aufheiterte und mich wie ein Kind erscheinen lies. Genau das sind die magischen Geschichten über Scheherazade, Ali Baba, Aladdin usw., die im persischen Buch "1001 Nacht" einst umschrieben wurden, die zum ersten Mal in der größten Privatbibliothek des Balkans ausgestellt wurde, die sich Exakt in diesem mazedonischen Dorf befindet.


Der Heilige Paulus, Tri Sinori und Kurati


Diese Synchronität der Lieder von Wasser und Blättern war wie eine Symphonie, die mir die Harmonie zwischen Mensch und Natur verherrlichte. Ich fühlte mich sehr lebendig und gestärkt, und mir fielen Bilder aus meiner Kindheit ein. Deshalb empfehle ich Ihnen aufrichtig, nach Babino zu kommen. Das gemäßigte Klima und die herrliche Landschaft bekommt allen gut.

Klettern Sie auf den Hügel des Heiligen Paulus (911 m.), "Tri Sinori" (1.111) und "Kurati" (1.017) - die Hügel, die das Dorf umgeben, und erfreuen Sie sich für den Tag, den Gott geschenkt hat, für das Leben. 

Sie können die Fußabdrücke von Paulus dem Apostel sehen, der laut Überlieferungen über Mazedonien gekommen war, als er auf "Paulus Hügel" das Christentum verbreitete. Und genau hier, auf diesem Hügel, auf dem er viele Makedonier taufte, hinterließ er viele Spuren und versteckte "Visionen", um den würdigen Gläubigen den Weg zu weisen.

Auf Pauls Hügel wie auch auf den anderen Hügeln gibt es Himbeeren, Pflaumen, Blaubeeren und einige weitere Heilpflanzen.

Bei "Tri Sinori" werden Sie Zeuge von der Gottes Kraft - dem Wasser. In Babino gibt es viele Quellen.

Alle 100 Meter gibt es entlang des Flusses Badzernicka Quellen. Das Quellwasser ergänzt den Fluss und wird auch von dem 1983 erbauten Fischteich mit einer Fläche von 15.000 m² genutzt, von dem 2500 m² Wasserflächen sind und eine Kapazität von 50 Tonnen Forellen pro Jahr aufweisen. In der Nähe des Fischteichs gibt es eine Quelle mit einer Kapazität von 100 Litern pro Sekunde, und was für die Besucher wichtiger ist - ein Restaurant mit einer stattlichen Kapazität für 400 Gäste.



Der Fluch der alten Frau, die einst vertrieben wurde



Eine Legende besagt, als die Römer Makedonien eroberten und die Makedonier nach mehreren Jahrzehnten des Krieges besiegten, begannen sie, Männer zu töten, um das Land leichter zu besiedeln. Sie begannen mit denen, die unter dem Kurati-Hügel lebten, wahrscheinlich galten sie als größte Bedrohung. Die Frauen und Kinder aus Babino flohen in die Berge, um die Erinnerung an ihr Dorf zu bewahren. Als sie zurückkehrten, um es wiederherzustellen, waren sie schon alte Frauen. Und so nannten sie das Dorf, das "Dorf der alten Frauen" Babino (Baba=Oma/Großmutter).

Eine andere Legende, die von den Einheimischen für glaubwürdiger gehalten wird, besagt, dass eine alte Frau von ihren Schwiegertöchtern vertrieben wurde und jahrelang allein in den Wäldern des Ilinska-Berges leben musste. Wütend auf ihre Schwiegertöchter und ihr Schicksal, verfluchte sie die gesamte weibliche Bevölkerung aus dieser Region ebenfalls ein einsames Leben zu führen, genau wie sie, was sich erfüllte, und das Dorf erhielt daraufhin den Namen.

Tatsächlich scheint sich der Fluch in Zyklen zu wiederholen. Wie in den letzten Jahren waren die ständigen Einwohner von Babino mehrere alte Frauen im Alter von 70-90 Jahren, die ihre Ehemänner schon vor langer Zeit begraben haben und ihre Kinder in ganz Mazedonien und ins Ausland auswandern sahen. Sie glauben an die Legende und über den Fluch, aber sie können nichts tun, sie wissen nicht, wie sie diesen Fluch brechen könnten.


Sie erinnern sich immer noch an die guten Zeiten, als im Dorf viele verschiedene Gerichte aus der nationalen mazedonischen Küche zubereitet wurden: Rösten über Feuer am Boden, getrocknete Paprikaschoten auf unterschiedliche Weise, gebratenes Ei im Brot usw.

Der Journalist Ljupčo Popovski und der aus dieser Region stammende Kameramann Toni Nikolovski erzählten mir viel über das Dorf. Mein erster Eindruck war anders als ich erwartet hatte.

Wir haben über die "genetischen Veränderungen" der Menschen in der weiteren Umgebung von Demir Hisar, Bitola und dieser Region als Ergebnis der Vermischung der hier lebenden Menschen und der Armeen aus aller Welt diskutiert. Wir haben versucht herauszufinden, ob dies bei vielen Schöpfern dieser Region - Schriftstellern, Künstlern - und bei denen mit einem eher pragmatischen Geist - Politikern, Geschäftsleuten usw. auf der einen Seite und solchen mit offensichtlichen Entwicklungsdefiziten - Einfluss hatte.

Und so habe ich erwartet, in eine Art "Tarantino-Welt" einzutauchen, in der Kinder, die nicht gehen können, mit Zigaretten im Mund auf dem Boden kriechen und die Erwachsenen mit unsichtbaren Flügeln fliegen. Ich erwartete, mich in der Mitte zwischen Schöpfung und Pragmatismus, zwischen Degeneration und Naivität zu finden, und traf auf aufrichtige, gastfreundliche und neugierige Menschen mit einem Lächeln im Gesicht.



Die (kurze) Geschichte vom Drachenloch


In osmanischen Aufzeichnungen von 1611-1612 hieß das Dorf Babine und bestand aus 47 Haushalten. 

1961 waren es 451 Einwohner, 1994 - 70 und 2002 nur noch 34. Aber das Dorf erwacht im Sommer immer wieder zum Leben. Dies ist die glücklichste Zeit für die alten Frauen, die es nicht erwarten können, dass Pfingsten die Türen ihre Häuser öffnet und sie die Gäste begrüßen. Die auf Initiative von Professor Mile Mateski Siljanovski jährlich organisierten "Babino-Treffen" sind seit 2001 zur Tradition geworden.


Die einzige private Bibliothek


Sie kommen hierher, um Babinos Schönheiten zu genießen, aber auch um die einzige Privatbibliothek von Stevo Stepanoski zu sehen, die über 20.000 Bücher, wertvolle Dokumente, Texte, Manuskripte und seltene Ausgaben in Persisch, Alttürkisch, Alt-Slawisch, Arabisch, u.a. enthält. Die aus Teheran, Damaskus, Ankara, Bagdad und Istanbul hierher gebracht wurden. Einige sind mehr als sieben Jahrhunderte alt, das älteste ist ein arabisches Wörterbuch aus dem Jahr 1307. 

Außerdem gibt es eine jahrhundertealte Liturgie von Johannes Chrysostomos, die erste Ausgabe von Beethovens Neunte Symphonie, das Musikwörterbuch von Karl Junek, das 1909 in Prag gedruckt wurde, die laut Stepanovski nur noch 30 Exemplare auf der Welt zählt.


Es gibt auch 338 Fotos aus dem Ersten Weltkrieg, die in einer verlassenen Sanitäranlage auf dem Berg Kajmakchalan gefunden wurden.

Die ersten Bücher im alten Haus seines Urgroßvaters wurden 1882 hierher gebracht. Er war ein türkischer Soldat, der wegen Geldmangels in der Kasse mit Büchern bezahlt wurde. Er fing an, Bücher von seinen Mitsoldaten zu sammeln und sammelte den Fonds, um die Bibliothek zu gründen. Stevos Vater setzte die Arbeit fort und seit vier Jahrzehnten hält Stevo die Familientradition aufrecht.

Die Bibliothek ist das Ergebnis einer Sammlung aus drei Jahrhunderten. Mit Hilfe des Ministeriums für Kultur, der Abteilung für Entwicklungskoordination der Stadtverwaltung und der Weltbank wurde das Haus restauriert und das Innere wurde so eingerichtet, dass mehr als 1.000 Bücher ausgestellt werden können.

Das Haus ist zweistöckig. Im ersten Stock gibt es mehrere Glasvitrinen. Das erste gedruckte Buch in Mazedonien, "Die mazedonische Orthographie" aus dem Jahr 1945 und eine weitere Orthographie mit unbekanntem Druckjahr, sowie der grüne Pass des größten mazedonischen Reisenden Ljube Cvetanovski, der ihm den Einstieg in die Bücherwelt des  "Dorf der Bücher" in Malaysia ermöglichte, sind dort zu finden.


Die Rezeption ist auf der rechten Seite - ein Ethno-Raum mit Kamin, in dem wir saßen und uns unterhielten. Obwohl es Sommer war, war es kühl, wegen der dicken Steinmauern, und der Gastgeber feuerte sogar den Kamin an.

In den beiden großen Räumen des zweiten Stocks befinden sich die ersten mazedonischen Ausgaben nach der Befreiung im Zweiten Weltkrieg von 1945, Bücher mit verschiedenen Themen, die in Weltkulturzentren gedruckt wurden. Wir haben auch das Buch "Mazedonien - Die Schweiz im Balkan" von Vančo Mihajlov entdeckt, das 1926 in den USA in bulgarischer Sprache gedruckt wurde.

"Wer kam hierher? Schriftsteller, Akademiker, meine Freunde, Winston Churchills Biograf, Teilnehmer an den Struga Poetry-Abenden und am Seminar für mazedonische Sprache und Kultur, Studenten der Universität Syrien sowie Professoren, Ausländer und es werden auch spezielle Studentenexkursionen organisiert"- sagt Stevo Stepanovski.


Wegen eines schlechten Erlebnisses leiht er die Bücher nicht mehr aus, sie können jedoch in der Bibliothek eingesehen werden, die im Juli und August täglich geöffnet ist. 

Um den literarischen Fundus zu erhalten, wurde 1973 in Peking ein einzigartiges Siegel aus einem Halbedelstein hergestellt. Laut Stepanovski wurde es vom prominenten mazedonischen Schriftsteller Petre M. Andreevski und dem Nobelpreisträger Ivo Andric in Auftrag gegeben.

Für MIA Goce Ristovski - übersetzt von Tourismus in Mazedonien Blog

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