Donnerstag, 8. September 2016

Bergwelten.com: Mountainbiken in Ohrid

Das Portal Bergwelten.com war zu Gast in Ohrid um es mit dem Mountainbike zu erkunden, folgend ein paar Ausschnitte des Artikels. Ganz unten findet Ihr den Link zum kompletten Artikel.

Zwei tiefblaue Seen, dazwischen ein bergiger Nationalpark, massenhaft tolle Moutainbiketrails und absolut kein Mensch unterwegs. Vorher, nachher, manchmal auch während des Bikens das beste Essen, das man in Europa so bekommen kann. Gastfreundliche Locals, die nichts lieber tun, als die Schönheit ihres Landes mit der Welt zu teilen. Massig Kultur dazu sowieso. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Nicht ganz: Willkommen in Mazedonien.

SO WIE AM GARDASEE, NUR BESSER
Ein kleiner, aber feiner Unterschied zum Gardasee fällt nach einiger Zeit dann aber doch auf: Den lieben langen Tag sind wir schon unterwegs, anderen Menschen sind wir aber nicht begegnet. Hier ist Einsamkeit und Stille pur angesagt. Ob das denn normal sei? „Die meisten Leute in Mazedonien sagen: Die Berge sind gefährlich! Meine Oma wird nie verstehen, wie ich mich aufs Fahrrad setzen und einfach so, ohne Grund, ein paar Höhenmeter machen kann“, so Jovans Erläuterung. Mit der jungen Generation ändert sich das zwar langsam – bisweilen kann man in Mazedonien die Berge aber noch wirklich für sich alleine entdecken.

Und noch etwas unterscheidet die Gegend hier von Norditalien: Hier gibt es nicht bloß einen See, sondern gleich zwei. Und zwar mit einem bergigen Nationalpark zwischengelagert. Klingt fast schon zu gut, um wahr zu sein, aber der Galičica-Nationalpark liegt perfekt positioniert zwischen Ohrid- und Prespasee. Am höchsten Gipfel, dem Magaro, steht man auf 2.255 Metern über dem Meeresspiegel vor der schwierigen Aufgabe, sich zwischen einem der beiden Seen für den Jausenblick entscheiden zu müssen. Traumhaft, diese Landschaft.

ZEIT AM BALKAN
Das mazedonische Wort für Zeit: „Majcina dusica“. Heißt wörtlich übersetzt so viel wie „die Seele der Mutter Erde“. Nicht nur das Wort an sich hat bedeutend mehr Buchstaben als in unserer Sprache, es zieht sich am Balkan auch tatsächlich so manches gerne in die Länge. Das Abendessen mit seinen unzähligen Gängen, das Sitzen und Staunen am Gipfel, die Gespräche nach dem dritten Rakija. Und genau das ist das wunderbare an Mazedonien: Die Zeit hat hier noch Zeit, gemütlich einen Kaffee zu trinken.

Nur eben Türkischer Kaffee statt Cappuccino, Gomléze statt Gelato: Der Ohrid-See hat tatsächlich das Potential, eine Mountainbike-Hochburg á la Gardasee zu werden. Schnell hin, bevor es soweit ist!